Definition: Das Domain Name System-Protokoll, auch DNS genannt, ist ein Protokoll, welches sich auf Layer 7 des ISO-OSI Referenzmodells befindet, welches zur Auflösung von Domain-Namen in IPv4-Adressen und/oder IPv6-Adressen dient. Die DNS-Infrastruktur ist ein dezentrales Netzwerk an DNS-Resolvern, welche Einträge untereinander verbreiten. Dabei kann auch die Namensauflösung umgedreht werden und somit IPv4- und IPv6-Adressen in Domain-Namen umgewandelt werden. Dies erleichtert die Umstellung von IP-Adressen des eigentlichen Ziels, sowie dass sich der Nutzer nicht die IP, sondern nur einen Namen merken muss.

Fully Qualified Domain Name (FQDN)

Ein Domain-Name besteht aus mehreren Abschnitten - auch Labels genannt -, wobei jeder mindestens 1 Byte und maximale 63 Bytes lang sein darf. Einzelne Labels werden durch . getrennt. Dabei wird - formell - jeder Domain-Name mit einem . abgeschlossen. Die gesamte Zeichenkette, mit einer maximalen Länge von 255 Bytes, wird Fully Qualified Domain Name, auch FQDN, genannt. Ein Beispiel für einen FQDN ist folgendes: docs.timmatheis.com.. Wichtig ist, dass ein FQDN immer mit einem . endet.

DNS-Zonen

Da DNS auf einem dezentralen Netzwerk basiert, gibt es tausende DNS-Server, welche jeweils nur für die Auflösung von Domain-Namen innerhalb der definierten Zone zuständig sind und gegebenenfalls an einen weiteren DNS-Server weiterleiten. Die oberste Zone ist die DNS-Root (.), darunter folgt die Top Level Domain, wie beispielsweise com, org, net. Danach folgt die Second Level Domain, wie zum Beispiel timmatheis oder youtube. Danach folgt als letztes noch die Subdomain, wie beispielsweise docs oder mail.

Namensauflösung

Bei der Namensauflösung wird die DNS-Anfrage durch einen Client an einen DNS-Resolver geschickt. Dieser DNS-Resolver verarbeitet die Anfrage wie folgt, sofern die dazugehörige IP bereits durch eine vorangegangene Anfrage gecached worden ist.

  1. Der DNS-Resolver leitet die Domain an den DNS-Rootserver weiter.
  2. Der DNS-Rootserver leitet anhand der Top Level Domain an den passenden TLD-Nameserver weiter.
  3. Der TLD-Nameserver leitet an den Authoritative Nameserver weiter.
  4. Der Authoritative Nameserver leitet die IP zur angefragten Domain an den DNS-Resolver weiter
  5. Der DNS-Resolver leitet die IP an den anfragenden Client weiter.
    Der Authoritative Nameserver ist hierbei die letzte Instanz. Dieser ist von beispielsweise dem Inhaber der Domain und enthält die eigens konfigurierten Informationen.

DNS-Records

Ein DNS-Record beinhaltet Daten, wie beispielsweise die IPv4-Adresse des Servers. Die Daten werden anhand der in ihnen gespeicherten Informationen in einzelne DNS-Record-Typen geordnet. Die wichtigsten Records sind:

Record-TypDateninhalt
AZuweisung einer IPv4-Adresse zu einem Domain-Namen
AAAAZuweisung einer IPv6-Adresse zu einem Domain-Namen
CNAMEZuweisung einer Weiterleitung oder Alias zu einem Namen
NSDefinition des zuständigen Nameservers für die angefragte Zone
MXZuweisung eines Mailservers zu einem Namen
TXTZuweisung eines frei definierbaren Textes zu einem Namen
PTRZuweisung eines Domain-Namen zu einer IP-Adresse
SOAAnsprechpartner und weitere Verwaltungsinformationen der abgefragten Zone

DynDNS

Dynamic DNS (DynDNS) beschreibt eine Technik, um die für einen A- oder AAAA-Record zugewiesene IPv4- oder IPv6-Adresse anzupassen, sobald sich die öffentliche IP-Adresse ändert. Dadurch kann ein Provider beispielsweise auf einen auf seinem Server gehosteten Service zugreifen, ohne die aktuelle öffentliche IP zu wissen. Diese Technik ist nur von Nöten, wenn der Provider keine statische öffentliche IP-Adresse hat.